Besuch eines Gottesdienstes mit Chorwettbewerb

Besuch eines Gottesdienstes mit Chorwettbewerb

Sonntag morgens: Es wird eine heißer sonniger Tag. Wir fahren in der Massai-Steppe zu einem Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Gelände der TPC, einer der größten Zuckerhersteller Tansanias, vorbei an ausgedehnten Zuckerrohrplantagen, bis wir gegen 10 Uhr auf einem sandigen Parkplatz ankommen. Aus zahlreichen Bussen neben
uns steigen Einheimische in Sonntagskleidung aus – die Männer in meist dunklen Anzügen, die Frauen in farbenprächtigen festlichen Kleidern. Auch viele Massai in ihre Shukas, rote und blaue traditionelle große Tücher, gehüllt und mit Hirtenstab, kommen auf ihren Mopeds aus den umliegenden Dörfern zum Gottesdienst.

Zuerst stärken wir uns mit einem Frühstück

im Gemeindehaus: Kaffee, Chapatis (Pfannkuchen), Mandazi (dreieckiges, frittiertes Hefeteiggebäck) und Ugali (Maisbrei). Danach gehen wir zum Gottesdienst. Unter großen schatten-spendenden Bäumen sind Stühle aufgestellt. Wir bekommen Plätze ganz weit vorne, sodass wir eine gute Sicht haben auf den Altarraum, der aus einer Stoffapsis –  geschmückt mit blau-roten breiten Stoffbändern – und einem Baldachin besteht. Verschiedene Priester, darunter auch Asario Mrema, predigen. Wir werden herzlich willkommen geheißen.

Während dem Gottesdienst tritt die Tübinger Moshi-Gruppe mit einem Lied auf.

Gegen Ende des Gottesdienstes bilden sich lange Menschenschlangen vor einem Tisch, auf dem ein großer Holzkasten mit Fächern angebracht ist. Jeder der Wartenden legt seine Spende hinein.

Wer kein Geld hat, steuert Naturalien bei, wie Salat- und Krautköpfe, Mangos und Papayas, Bananen und Grüngemüse, die an den Meistbietenden versteigert werden.

Auch die Tübinger Moshi-Gruppe übergibt vertreten durch Reinhard Herrgott ihre Geldspende.

Danach beginnen der Chorwettbewerb. Die Chöre   tragen nicht nur ihre Lieder vor, sondern sie tanzen nach ganz eigenen Choreographien und manche musizieren auch. Besonders der Auftritt des Massai- Chores hat mich sehr beeindruckt.

Aufgrund des heißen Klimas geht es einer Chor- Teilnehmerin während des Wartens schlecht, sie sackt in sich zusammen. Unsere Ärztin Madeleine kümmert sich um sie, bis es ihr wieder besser geht.

Ein Priester versteigert gespendete Naturalien.

Auch ein Massai-Chor nimmt an dem Wettbewerb teil.

21 Chöre treten auf, einer leidenschaftlicher und schwungvoller als der andere, darunter ein Massai-Chor in farbenprächtigen blauen Gewändern und weißem Schmuck aus unzähligen feinen Perlen.

Ungefähr nach dem 15. Chor – es ist mittlerweile 16 Uhr – müssen wir zu unserem nächsten Termin  aufbrechen. Wer nun Sieger geworden ist, haben wir nicht mehr erfahren. Wahrscheinlich hat sich der Wettbewerb noch bis in die Abendstunden hinein erstreckt.