Besuch Schulen

Schulen

Der zweite Tag führte uns zunächst zum Karanga Technical Training Center. Dort werden Schreiner, Maurer, Flaschner, Schneider und Automechaniker/Innen ausgebildet. Es ist eine private katholische Ausbildungs-Schule, die theoretische und praktische Ausbildung verbindet. Neben den fachspezifischen Themen werden auch allgemeine Themen angeboten wie Mathematik, Betriebswirtschaft, Lifeskills….

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung kann an bestimmten Schulen noch eine vertiefte Ausbildung nachfolgen und evtl eine fachgebundene Hochschulreife die Voraussetzung für ein Studium bieten.

Die Schüler und Schülerinnen sind im Alter von 16/18 Jahren bis 25/28 Jahre. Zur Zeit sind etwa 320 Auszubildende dort, davon 42 Mädchen und 114 Internatsschüler. Es gibt unterschiedliche Religionszugehörigkeiten: Katholiken, Lutheraner, Muslime, 7-Tage-Adventisten…

Aufgrund einer Initiative von Reinhard Heckele und Spenden aus einer Hechinger Schule, werden beim Karanga Technical Training Center Schulmöbel (11 Schulbänke) für eine Grundschule in Uru Mnini in Auftrag gegeben. Der Auftrag wird feierlich in aller Öffentlichkeit besiegelt.

Zum Ende unseres Besuches bei dieser Berufsschule werden dort drei Bäume gepflanzt. Der Selbstversorgergarten, in dem noch vor zwei Jahren Gemüse angebaut wurde funktioniert nicht mehr. Es sei zu trocken geworden. Man bräuchte eine Pumpe um vom Karanga-Fluß Wasser zur Bewässerung heraufpumpen zu können.

Im Anschluss fahren wir nach Uru-Mnini. Dort werden wir von Jaqueline Heckele erwartet. Sie stellt uns ihr Projekt vor, dass vor ca Tagen eingeweiht wurde: Sie hatte mit einer Frauengruppe in Mössingen „Frauen für Frauen“ ca 1.000€ durch verschiedene Initiativen erwirtschaftet. Von diesem Geld hat sie einen Bauunternehmer vor Ort beauftragt, eine Quelle so zu fassen, dass dort jetzt leichter, zuverlässiger und schneller Wasser geholt werden kann. Das Wasser der Quelle „Chem- Chem“ (dies bedeutet auf Suaheli Quelle) läuft jetzt in eine gemauerte Brunnenstube und kann vorne am Auslass an zwei einfachen Wasserhähnen leichter gezapft werden.

Später sind wir bei Familie Heckele zu einem köstlichen und üppigen Mittagsbuffet eingeladen!

Nach dem Mittagessen besuchen wir die Grundschule Mnini.

Es gibt einen Kindergarten mit 102 Kindern im Alter von 4-6 Jahren, davon kommen vormittags 51 Kinder und nachmittags die andere Hälfte bei einem Lehrer.

Die Grundschule bietet 7 Klassenstufen an. Nicht alle Schüler schaffen die letzten beiden Klassenstufen, die aber Voraussetzung für die Aufnahmeprüfung zur weiterführenden Schule (Secondary School) sind. Dann hilft nur noch eine Privatschule weiter oder eine Berufsausbildung.

In den einzelnen Klassenstufen sind

Stufe 1 6-7 Jahre 64 Schüler/innen Stufe 2 65 Schüler/innen Stufe 3 48 Schüler/innen Stufe 4 45 Schüler/innen Stufe 5 55 Schüler/innen Stufe 6 54 Schüler/innen Stufe 7 63 Schüler/innen

Die Haare der Schüler/-innen müssen aus gesundheitlichen Gründen kurz geschoren sein (Gesetz), aber auch um weniger abgelenkt zu sein. In Klasse 1-7 gibt es keine Schulgebühren. Aber es wird ein Beitrag gefordert, um das Schulessen anbieten zu können. Manche Kinder kommen zum Kindergarten oder zur Schule, ohne vorher gegessen zu haben. Manche Eltern können nicht fürs Essen zahlen. Der Staat zahlt für die Unterhaltung des Schulgebäudes, aber die Gelder reichen nicht aus. Insbesondere das Lehrerhaus müsste dringend renoviert werden. Das Dach ist undicht. Da die Lehrer häufig von auswärts kommen, müssen sie sich private Unterkünfte suchen. Reinhard Heckele hat den Schulleiter der Mnini-Schule gefragt, wieviel THS er für die laufenden Kosten der Schule erhält. Er hat geantwortet, dass er 130.000,– TSH erhält (das entspricht zur Zeit ca. 56 €).

Manche Eltern, die in der Lage sind die Schulgebühren zu zahlen, schicken ihre Kinder auf Privatschulen.

Die am Vormittag bei der Karanga-Schule bestellten Schulmöbel werden angekündigt. Es werden auch eine Menge Bleistifte und Buntstifte, sowie einige Schreibblöcke und Spiele wie Gummi-twist, Zahlenwürfel und Seifenblasen überreicht.

Außerdem werden Briefe aus einer dritten Klasse der Grundschule Winkelwiese überreicht mit der Bitte diese Briefe nach Möglichkeit zu beantworten.

Draußen finden auf dem Schulgeländer Kreisspiel mit vielen Kindern statt:

„Ich bin so traurig, ich bin so traurig“
„Warum bist Du traurig?“
„Ich habe keinen Bruder /Schwester“
„Dann such Dir doch einen Bruder /Schwester“

Ein Kind aus dem Kreis wird ausgewählt und es gibt ein kleines Freudentänzchen.

Wir freuen uns, dass inzwischen auch Familie Gill-Forst angekommen ist und den Weg nach Uru Mnini mit Hilfe von Sophie und Justin per Smartphone gefunden hat. Familie Gill-Forst pflanzt 2 Bäume auf dem Schulgelände

20.09.2016